Turmmühlen

Eine Turmmühle ist eine Art vertikale Windmühle, die aus einem Backstein- oder Steinturm besteht, auf dem sich eine Holzkappe oder ein Holzdach befindet, das sich drehen kann, um die Segel in den Wind zu bringen. Diese drehbare Kappe auf einem festen Mauerwerksgrund gab Turmmühlen große Vorteile gegenüber früheren Pfostenmühlen, da sie viel höher stehen, größere Segel tragen und somit eine größere Reichweite in den Wind bieten konnten. Windmühlen im Allgemeinen waren der Zivilisation seit Jahrhunderten bekannt, aber die Turmmühle stellte eine Verbesserung gegenüber traditionellen Windmühlen im westlichen Stil dar. Die Turmmühle war von 1300 bis 1900 für fast 600 Jahre eine wichtige Stromquelle in Europa und trug vor dem Aufkommen der Dampfmaschine und der Kohlekraft 25 Prozent zur industriellen Leistung aller Windkraftanlagen bei.

Es war eine Modifikation oder Demonstration der Verbesserung und Anpassung von Technologien, die Menschen seit langem bekannt waren. Obwohl diese Arten von Mühlen effektiv waren, argumentieren einige, dass sie aufgrund ihrer Komplexität ursprünglich hauptsächlich von den wohlhabendsten Individuen gebaut worden wären.

Die Geschichte

Die Turmmühle entstand im späten 13. Jahrhundert in Westeuropa. Die frühesten Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1295 von Stephen de Pencastor aus Dover. Die frühesten Illustrationen stammen aus dem Jahr 1390. Weitere frühe Beispiele stammen aus Yorkshire und Buckinghamshire. Andere Quellen weisen auf eine normannische Urkunde hin, die diese neue Windmühle im westlichen Stil zeigt. In den Niederlanden wurden vor dem Jahr 1407 sechs Mühlen registriert. Eine der frühesten Turmmühlen in Großbritannien war die Chesterton Mill in Warwickshire, die einen ausgehöhlten konischen Boden mit Bögen aufweist. Der Großteil seiner Entwicklung setzte sich im Spätmittelalter fort, und gegen Ende des 15. Jahrhunderts tauchten in größerer Zahl Turmmühlen in ganz Europa auf.

Die Turmmühle wurde auch als kulturelles Objekt angesehen, das mit Blick auf die Ästhetik bemalt und gestaltet wurde. Die Stile der Mühlen spiegelten die lokale Tradition und die Wetterbedingungen wider. Beispielsweise wurden Mühlen an der Westküste Großbritanniens hauptsächlich aus Stein gebaut, um den stärkeren Winden standzuhalten, und die im Osten gebauten Mühlen bestanden hauptsächlich aus Ziegeln.

Aussehen und Struktur

Der Vorteil der Turmmühle gegenüber der früheren Säulenmühle besteht darin, dass nicht die gesamte Mühle ("Körper", "Bock") mit all ihren Maschinen in den Wind gedreht werden muss. Dies ermöglicht mehr Platz für die Maschinen sowie für die Lagerung. Ausgewählte Turmmühlen in Holland wurden jedoch auf einem Holzrahmen gebaut, um das gesamte Fundament der Mühle zusammen mit der Kappe zu drehen. Diese Türme bestanden oft eher aus Holz als aus Mauerwerk. Ein beweglicher Kopf, der sich drehen ließ, um auf die sich ändernden Windmuster zu reagieren, war der wichtigste Aspekt der Turmmühle. Diese Fähigkeit bot den Vorteil eines größeren und stabileren Rahmens, der rauem Wetter standhalten konnte. Es war auch viel einfacher, nur eine Kappe zu bewegen, als eine ganze Struktur.