Die Galerie- holländerWindmühle in Bennigsen
Die Windmühle in Bennigsen wurde 1884, nach einem Entwurf
von Mühlenbaumeister Tiedt errichtet.
Das Foto entstand ca.
1910.--------------------------------------------->>

um 1930
um 1975

um 1997
08.2001
1954 Nach Abbruch eines Flügels und anderen großen Schäden in einem Gewittersturm und infolge zu hoher Reparaturkosten war damals eine Instandsetzung nicht möglich, die Mühle war seit dieser Zeit nicht mehr betriebsfähig.
1960 wurde in Folge einer Erbangelegenheit das ursprüngliche Mühlengrundstück willkürlich in zwei ungleichmäßige Teile getrennt.
1982 wurden Kappe, Flügel und Windrose an eine Mühle in Tündern (Hameln-Pyrmont) verkauft.
1986 erwarb der Bauunternehmer Erich Sillus die Mühle. Der Mühlenstumpf wurde provisorisch mit einem Flachdach abgedeckt, der Verfall ging jedoch weiter.
1995 wurde der (Gemeinnützige) Verein "Alte Mühle e.V. gegründet.
Die Mühle wurde als technisches Baudenkmal (Kulturdenkmal) anerkannt.
1997 wurden weitere wirksame Arbeiten zur Rettung und Instandsetzung des Gebäudes ausgeführt. Nach 2 Jähriger Verhandlung zwischen Mühlenverein und Arbeitsamt Hameln / Springe
( 1995 - 1997 ) wurden im Juni 1997, über die Förderung der Bundesanstalt für Arbeit ( Arbeitsamt Hameln / Springe ) die ersten vier Arbeitsplätze geschaffen.
Geschichtliches
Die im Jahre 1884 in Bennigsen erbaute Holländerwindmühle ist eine fünfstöckige Kappenmühle mit umlaufender Galerie.
Sie erhielt ihren Platz an der gleichen Stelle am Lüderser Wege, an dem vorher, ca. 250 Jahre lang, eine Bockwindmühle gestanden hatte.
Der Mühlenplatz liegt 88 m über N.N. und befand sich z.Zt. des Neubaues in einem Gelände ohne Windbehinderung.
Das Mühlenhaus ist aus Bruchsteinen mit ein Meter dicken Mauern erbaut.
Die Steine stammen wahrscheinlich aus den Brüchen in der nähe vom Steinkrug,
worauf Eingeschlossene Fossilien in einigen Mauersteinen der Mühle hinweisen.
Die neue Mühle war für die damalige Zeit in Technik und Ausführung eine der modernsten Mühlen im weiten Umkreis.
In ihrem äußeren Aussehen unterscheidet sie sich von der damals meistens üblichen achteckigen Bauart durch eine runde,
mit Betonmörtel abgeputzten Form.
1890, also sechs Jahre nach dem Baubeginn, scheinen wegen des Windes Probleme aufgetreten zu sein,
denn der Eigentümer Hermann Schwerdtfeger ließ als zweite Antriebskraft schon bald für 2700 Mark einen Petroleummotor einbauen.
Er nutzte ihn bis zum März 1900, als Bennigsen an das elektrische Stromnetz angeschlossen wurde.
Die Mühle hatte unten einen Schrotgang, und oben zwei Mahl- und zwei Schrotgänge.
1906 ging die Mühle in das Eigentum des Sohnes, Müllermeister Hermann Schwerdtfeger,
und um 1945 an dessen Sohn, Müllermeister Otto Schwerdtfeger über.
Siebzig Jahre, bei gutem und bei schlechtem Wetter, hatte die Mühle zur Zufriedenheit des Meisters und seiner Kunden aus dem angelieferten Getreide Mehl und Schrot hergestellt.
Da entlud sich über Bennigsen am 1. Adventsonntag 1954 ein schweres Gewitter.
Außer einem zerbrochenen Mühlenflügel entstanden noch andere erhebliche Schäden, so dass die Konkurrenz durch die Großmühlen, und zu hoher Reparaturkosten nicht mehr instandgesetzt werden konnte.
Seit November 1967 gehörte das Mühlengrundstück dem Kaufmann Richard Scholz.
Einige Jahre später zeigten sich Risse in Putz, aus denen an einigen Stellen durch Samenflug Birken wuchsen und trotz Entfernung der Sämlinge der Putz noch brüchiger wurde, abfiel und die Bruchsteine des Mauerwerks zum Vorschein kamen; eingeschlossene Fossilien sichtbar werden ließen.
1986 kaufte Maurermeister Erich Sillus das Mühlengrundstück.
Er ist seitdem bemüht, den Mühlenkörper als Kulturdenkmal zu erhalten.
IM Jahre 1991/92 legte der neue Eigentümer des Mühlengrundstücks und seine ideenreiche Partnerin mit Verwendung
kleinerer Findlinge vor der Südseite der Mühle eine halbkreisförmige dreistufige Terrasse an, etwa 2,50m hoch, und bepflanzte diese mit Rosen und verschiedenen Blütenstauden.
Beide, Rosen und Stauden, wetteifern die ganze frostfreie Jahreszeit in der Schönheit ihrer Blüten und Farben miteinander, dass man optisch fast den Eindruck gewinnt, auch das graue Mühlengebäude bekäme einen kleinen farblichen Abglanz dieser Blüten.
Als oberer Terrassenabschluss liegt ein Mühlenstein, aus dessen Mitte ständig ein Wässerchen plätschert, seinen Weg in einigen Windungen die Stufen hinabrinnt und nach der unteren Stufe versickert.
März 1996 Wilhelm Jenkner