Haussprüche an Mühlen

 

 

Ich bin der weiße Gang Und mache weißes Mehl Und wenn der Bäcker kein Dummkopf ist, 

dann ist es nicht gefehlt.

Wenn der Müllersknecht scharf macht Und der Bauersknecht sein Malz macht Un der 

Postillion sein Horn bläst, Dann wird's bald Tag.

Eine schöne Mühle im Tal, Sechs schöne Pferde im Stall, Und ein schönes Weib im Bett, 

das sind drei Wünsche, die ich gern hätt'.

Wenn ich eine Mühle hätt' Und ein schönes Weib im Bett Und dürfte keine Steuern zahlen, 

dann würd' ich ohne Sorge mahlen.

 

Der noch heute bekannte Vierzeiler des Dichters Friedrich von Logau

(17. Jahrhundert, gelegentlich an Mühlen anzutreffen):

 

 

Wir Zimmerleut sind fertig

Wünschen dem Müller Glück

Das Gott ein anderes Jahr

Ein solche Arbeit schick.

                                                                     

(Dietwies bei Laufen, 1847)

 

 

 

Ein Mühlstein und ein Menschenkind  

Wird stets herumgetrieben.

Wo beides nichts zu reiben hat,

Wird beides selbst zerrieben.     

Jesus hat selbst geritten    

Des Müllers Ritterpferd,     

Eh' er für mich gelitten                                   

Was Gott von ihm begehrt.              

Vor Unglück, Hagel, Krieg und Brand           

Schützt uns nur Gottes starke Hand.                         

Wenn Gott uns aber strafen will,             

Steht rasch die schönste Mühle still.                                                                                                         

(Schönbrunn / Oberfranken) 

                                                                                                             

                                                                                                                                

 

Der Gewissenhafte Müller                                                                                

»Ein Müller wettete mit einem Bauer um eine Tonne Bier, er wollte aus einem Sacke voll

Korn so viel Mehl machen, dass er eben wieder zwei große Säcke voll Mehl davon vollmachen wollte,

weil man ihn immer beschuldigte, er metzte zu viel.

Da nun das Korn gemahlen war, machte der Müller den Sack voll Mehl, worinnen das Korn gewesen.

Der Bauer wollte mit Fleiß sehen, wo nun der andere Sack herkommen sollte. Da nahm der Müller

einen leeren Sack und zog solchen über den vollen, da waren sie beide gefüllet, und der Bauer hatte die Wette verspielet.«

Der belobte Müller

»Ein durstiger Bruder kam in ein Wirtshaus, wo rinnen sehr viel Müller beieinander waren.

Dieser setzte sich bei ihnen nieder und ließ sich auch einen Trunk langen. Nachdem er nun

eine Welle gesessen, sprach er: >Wer kann erraten, wann sind die Müller am redlichsten und

am frömmsten?< Dem wurde von einem andern Gast geantwortet: >Zu der Zeit, wann sie zum

Fenster heraus schauen und legen sich auf ihre Hände; dann außer dem, wann sie sonst in der

Mühle herum gehen, so haben sie stets ihre diebischen Hände in den Säcken.< «